Was ist eine Verlassenschaft?
Stand: 10.09.2026
Kurz: Die Verlassenschaft ist das gesamte Vermögen eines Verstorbenen, Aktiva und Schulden, bis es durch Einantwortung auf die Erben übergeht. Das Verfahren dazu heißt Verlassenschaftsabhandlung und wird vom Notar als Gerichtskommissär geführt.
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In Deutschland heißt dasselbe Nachlass, in Österreich Verlassenschaft. Sie umfasst alles: Wohnung oder Mietrecht, Konten, Schulden, Möbel, persönliche Gegenstände. Bis zur Einantwortung ist sie ein eigenes Rechtssubjekt, der ruhende Nachlass, und gehört noch niemandem.
Verlassenschaftsabhandlung. Das gerichtliche Verfahren, in dem festgestellt wird, wer erbt und was. Geführt vom Gerichtskommissär, beendet durch den Einantwortungsbeschluss.
Verlassenschaftskurator. Ein vom Gericht bestellter Verwalter, wenn Erben unbekannt sind oder nicht handeln.
Verlassenschaftsräumung. Die Räumung der Wohnung des Verstorbenen. Sie darf erst nach Freigabe erfolgen und ist Nachlassverbindlichkeit.
Unterbleiben der Abhandlung. Bei sehr geringem Vermögen wird kein Verfahren geführt. Bei überschuldetem Nachlass kann er den Gläubigern an Zahlungs statt überlassen werden.
Für Angehörige heißt das praktisch: Nichts wegwerfen, nichts verkaufen, nichts räumen, bevor der Gerichtskommissär grünes Licht gibt. Was dringend ist (verderbliche Lebensmittel, Haustiere, laufende Verträge), darf und soll erledigt werden.
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Was kostet die Räumung einer Verlassenschaft? · Wann darf eine Verlassenschaftswohnung geräumt werden? · Wie läuft die Räumung einer Verlassenschaft ab? · Wie lange dauert es, bis eine Verlassenschaftswohnung geräumt werden kann? · Sind die Kosten einer Verlassenschaftsräumung steuerlich absetzbar?
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Welcher Notar den Akt führt
Aussuchen können Sie ihn nicht. Zuständig ist das Bezirksgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen, und dieses Gericht überträgt den Akt nach einer festen Verteilung an einen Notar aus dem Sprengel. Einen Wechsel auf Wunsch der Angehörigen sieht das Verfahren nicht vor. Welches Gericht zuständig ist, finden Sie über die Gerichtssuche auf justizonline.gv.at. Rufen Sie dort an und nennen Sie Name, Geburtsdatum und Sterbedatum. In der Regel erfahren Sie den Notar und das Aktenzeichen. Notieren Sie beides, weil Hausverwaltung, Bank und Räumungsbetrieb später danach fragen. Sucht das Gericht unbekannte Erben oder Gläubiger, steht die Aufforderung öffentlich in der Ediktsdatei der Justiz unter edikte.justiz.gv.at. Wer die Räumung wirksam beauftragen darf, wenn niemand erreichbar ist, steht unter Wer darf die Räumung beauftragen, wenn kein Erbe erreichbar ist?.
Welche Unterlagen die Todesfallaufnahme braucht
Bei der Todesfallaufnahme erhebt der Notar Angehörige, Vermögen und Schulden. Üblich sind: Sterbeurkunde, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsbeschluss, Staatsbürgerschaftsnachweis oder Reisepass, Meldezettel, Testament oder handschriftliche Anordnung, Kontoauszüge und Sparbücher, Mietvertrag oder Grundbuchsauszug, Versicherungspolizzen, Pensionsbescheid, offene Rechnungen und die Rechnung der Bestattung. Kommt beim Aussortieren mehr davon zum Vorschein, wird es gesammelt und übergeben, nicht sortiert und nicht entsorgt: Was passiert mit Bargeld, Sparbüchern und Dokumenten?
Waffen, Medikamente, laufende Konten
Eine gefundene Waffe bleibt liegen. Wir nehmen weder Waffen noch Munition mit. Melden Sie den Fund der Polizei, Waffenbehörde ist in Wien die Landespolizeidirektion Wien. Altmedikamente nehmen Apotheken zurück, in Wien gelten sie zusätzlich als Problemstoff und können am Mistplatz abgegeben werden. Handyverträge, Abos, Strom und Mailkonten laufen weiter, bis jemand kündigt. Sammeln Sie die Rechnungen. Kündigen kann in der Regel nur, wer seine Berechtigung nachweist, und was dafür genügt, sagt Ihnen der Gerichtskommissär.
Wann ein anderer Weg günstiger ist
Bleiben nach dem Aussortieren nur wenige Kartons übrig, ist die eigene Fahrt zum Mistplatz billiger als jedes Angebot, siehe Sperrmüll in Wien. Geht es um einzelne wertvolle Stücke statt um die ganze Einrichtung, führt ein Auktionshaus weiter: Hausrat selbst verkaufen oder anrechnen lassen? Fragen zu Ausschlagung, Pflichtteil oder Schulden beantworten der Gerichtskommissär oder ein Rechtsanwalt, wir nicht. Reinigung führen wir nicht selbst aus, sondern koordinieren befugte Partnerbetriebe, und nur zusammen mit einer Räumung. Liegt die Wohnung weiter als 50 Kilometer von Wien entfernt, ist ein Betrieb vor Ort günstiger. Umgekehrt lohnt der Anruf, sobald die Freigabe des Gerichtskommissärs vorliegt, Sonderabfall im Spiel ist oder ein Übergabetermin mit der Hausverwaltung steht.
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